Mit bestimmten Schwierigkeiten haben Deutschlernende auf allen Niveaustufen immer wieder zu kämpfen. Die Reihe „DaF – einfach erklärt“ soll Antworten und Erklärungen zu diesen typischen „Problemfällen“ liefern.

Darum geht es in Teil 2 der Reihe „DaF – einfach erklärt“:

  • Wann verwendet man „jemanden/etwas vorstellen“, „sich vorstellen“ und „sich etwas vorstellen“?
  • Gibt es einen Unterschied zwischen den Pluralformen „Worte“ und „Wörter“?

jemanden/etwas vorstellen︱sich vorstellen︱sich etwas vorstellen

Trotz des Bedeutungsunterschieds sind die Formen des Verb „vorstellen“ sehr ähnlich und für Deutschlernende oft schwierig zu unterscheiden. Eine falsche Verwendung kann jedoch zu kommunikativen Missverständnissen führen.

Am Ende der Erklärungen folgen einige Übungssätze (auch als Arbeitsblatt mit Lösung zum Herunterladen) sowie der Link zum YouTube-Video.

jemanden/etwas vorstellen

Die wichtigsten Informationen zu „jemanden/etwas vorstellen“:

  • Bedeutung bei Personen: Man sagt jemandem, den man kennt, wer eine andere, ihm fremde Person ist.
  • Bedeutung bei Dingen: Man präsentiert neue oder bisher unbekannte Dinge.
  • Verb mit Akkusativ (und eventuell Dativ), trennbar
  • Das Verb ist nicht reflexiv. In der dritten Person verwendet man im Singular die Personalpronomen „ihn, sie, es“ und im Plural „sie/Sie“ (und nicht „sich“!!)
  • Die Person/Sache, die vorgestellt wird, steht im Akkusativ (in den Beispielsätzen fett, in der Abbildung grün gekennzeichnet).
  • Die Person, der jemand oder etwas vorgestellt wird, steht im Dativ (in den Beispielsätzen unterstrichen, in der Abbildung blau gekennzeichnet).
  • In vielen Sätzen muss nicht unbedingt eine Dativform verwendet werden, wenn die Information, wem etwas vorgestellt wird, nicht wichtig ist.

Beispielsätze mit Personen:

  1. Darf ich Ihnen/dir meinen Vater/meine Mutter vorstellen?
  2. Darf ich ihn/sie Ihnen vorstellen? (Steht ein Personalpronomen im Akkusativ, dann steht es vor der Dativform!)
  3. Ich habe Max/ihn meiner Mutter vorgestellt.
  4. Ich habe ihn ihr vorgestellt.

Beispielsätze mit Dingen:

  1. Jetzt stelle ich Ihnen unsere neuen Produkte vor.
  2. Jetzt stelle ich sie Ihnen vor. 
Erklärung daf vorstellen - sich vorstellen
Beispielsätze vorstellen – sich vorstellen – sich etwas vorstellen

sich vorstellen

Die wichtigsten Informationen zu „sich vorstellen“:

  • Bedeutung: Man sagt oder soll jemandem sagen, wer man selbst ist, nennt seinen Namen. Man präsentiert sich, zum Beispiel in einem Vorstellungsgespräch.
  • reflexives Verb (3. Person Singular und Plural: sich), trennbar, das Reflexivpronomen steht im Akkusativ
  • Wichtiger Unterschied zu „sich etwas vorstellen“: Die Person, die sich selbst präsentiert, steht im Akkusativ (also das Reflexivpronomen).
  • Die Person, der sich jemand präsentiert, steht im Dativ.
  • In vielen Sätzen muss nicht unbedingt eine Dativform verwendet werden, wenn die Information nicht wichtig ist.

Beispielsätze:

  1. Ich stelle mich vor.
  2. Darf ich mich Ihnen vorstellen? Mein Name ist …
  3. Stellen Sie sich bitte kurz vor.
  4. Könntet ihr euch dem Chef bitte vorstellen?
  5. Könntet ihr euch ihm bitte vorstellen?

sich etwas vorstellen

Die wichtigsten Informationen zu „sich etwas vorstellen“:

  • Bedeutung: Ich habe eine bestimmte Vorstellung, ein bestimmtes Bild von jemandem/etwas.
  • reflexives Verb, trennbar
  • Wichtiger Unterschied zu „sich vorstellen“: Das Reflexivpronomen steht dieses Mal im Dativ und die Dativform muss unbedingt vorhanden sein.
  • Der Grund dafür ist, dass die Person/Sache, die ich mir im Kopf vorstelle, im Akkusativ steht. Um zu vermeiden, dass es zwei Akkusativobjekte im Satz gibt, muss das Reflexivpronomen im Dativ stehen. Der Satz ist mit folgender bekannter Struktur vergleichbar: Ich wasche mich / Ich wasche mir die Haare.
  • Nach „Ich stelle mir vor“ kann auch ein Nebensatz mit „dass“ oder der erweiterte Infinitiv mit „zu“ folgen (Beispielsätze 2, 3 und 4)

Beispielsätze:

  1. Wie stellst du dir deine Wohnung vor?
  2. Ich stelle mir vor, dass sie sehr groß und hell ist. (Anstelle des Akkusativobjekts gibt es hier einen Nebensatz.)
  3. Er kann sich vorstellen, dass die Prüfung sehr schwierig ist.
  4. Wir können uns vorstellen, nach Berlin zu ziehen.

Weitere Bedeutungen von „vorstellen“

Das Verb „vorstellen“ kann auch noch andere Bedeutungen haben. Das Verb ist ebenfalls trennbar. Hier sind einige Beispielsätze:

  • Wenn die Uhr auf Sommerzeit umgestellt wird, müssen wir „die Uhr um eine Stunde vorstellen“. (= den Uhrzeiger nach vorwärtsdrehen)
  • Das Bein etwas weiter vorstellen. (= nach vorn stellen)

Zum Üben folgen hier einige Übungssätze. Der Link zum Arbeitsblatt mit Lösung befindet sich unterhalb der Abbildung.

Übung - sich - jemanden - etwas - vorstellen - deutsch als fremdsprache
Thumbnail Video jemanden - etwas - sich - vorstellen

Wer sich die Erklärungen noch gerne als Video ansehen möchte, findet hier den Link zum YouTube-Video „Die Verwendung des Verbs (sich) vorstellen“

Pluralformen von „Wort“: „Worte“ und „Wörter“

Zuerst lernt man im Deutschunterricht, dass die Pluralform von „Wort“ „die Wörter“ lautet. Später taucht dann plötzlich noch eine Form auf, und zwar „die Worte“. Beide Formen werden unterschiedlich verwendet werden.

Die Pluralform „die Wörter“

Wenn es um die einzelnen Einheiten im Satz, das heißt um die einzelnen Wörter geht, verwendet man die Form „die Wörter“.

Einige Beispielsätze:

  1. Der Satz, den ich gerade schreibe, besteht aus zehn Wörtern.
  2. Als Hausaufgabe müssen wir täglich sieben neue Wörter lernen.
  3. Die Wörter an der Tafel bestehen alle aus zwei Silben.
  4. Könntest du diese beiden Wörter buchstabieren?

Die Pluralform „die Worte“

Wenn jemand „Worte des Dankes“ spricht, dann geht es nicht um die einzelnen Wörter in den Sätzen, die jemand sagt, sondern um die gesamte Rede oder Äußerung.

Ein paar Beispielsätze:

  1. Der Chef sagte einige Dankesworte.
  2. Die Grußworte des Präsidenten sind immer sehr langweilig.
  3. Wenn jemand sehr traurig ist, ist es häufig nicht einfach, die passenden Worte zu finden.
  4. Er war sehr unverschämt zu mir. Ich wusste nicht, was ich antworten soll. Mir fehlten die Worte.

Manchmal sind auch beide Pluralformen möglich. Ein Beispiel:

  • das Schimpfwort, die Schimpfworte (die gesamte Aussage) oder die Schimpfwörter (einzelne Wörter).

Es wäre schön, wenn ihr mir als Kommentar weitere Fragen schreiben würdet, deren Beantwortung euch interessiert.

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